Gen Z am Arbeitsplatz: Die nächste Generation willkommen heißen

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Daher müssen Unternehmen ihre typischen Verhaltensweisen sowie ihre Wünsche und Bedürfnisse bezüglich des Arbeitsplatzes kennenlernen und verstehen, welche potenziellen Stärken und Kompetenzlücken für diese Gruppe typisch sein können. Je mehr Babyboomer ausscheiden, desto stärker wird der durch die Pandemie entstandene Fachkräftemangel zum Tragen kommen. Genau zu wissen, wie Gen Z-Mitarbeiter:innen am besten angesprochen, geworben und gehalten werden können, ist ein zunehmend wichtiger Teil der Geschäftsstrategie und unverzichtbar für Wachstum und den Erhalt der Unternehmensvitalität.

In diesem Bericht stellen wir die Ergebnisse einer Umfrage von Udemy vor, an der mehr als 6.000 Lernenden aus 10 Ländern teilgenommen haben. Wir zeigen, was der Altersgruppe Gen Z am Arbeitsplatz am wichtigsten ist, und weisen auf Bereiche hin, in denen die Stereotype über Gen Z nicht den Erkenntnissen aus unseren Daten entsprechen.

Wenn Unternehmen ein besseres Verständnis der Gen Z und ihrer Einstellung zu den grundlegenden Aspekten des Arbeitsplatzes entwickeln, können sie gezielter auf die Erwartungen und Bedürfnisse der jüngsten Mitarbeiter:innen eingehen und optimal mit ihnen arbeiten.

Was ist der Gen Z wichtig

Über die Gen Z kursieren viele Annahmen und Verallgemeinerungen – häufig negativ. Unsere Umfragedaten belegen jedoch eindeutig, dass diese Annahmen nicht immer der Wahrheit entsprechen und die Ansichten der Gen Z über Arbeit und Weiterbildung sehr differenziert sind.

Diese Generation wurde während ihrer prägenden Jahre durch eine weltweite Pandemie, den Krieg gegen den Terror, die Wahrnehmung großer sozialer Ungerechtigkeit und die immer offensichtlicher werdende Tatsache geformt, dass das globale Klima in Gefahr ist. In vielen Kulturen findet auch ein Umdenken über Identität und traditionelle Rollen statt, was nicht binäre Geschlechter und Sexualität mit einschließt. Viele Gen Z-Angehörige haben auch mit psychischen Belastungen zu kämpfen, denn nur die Hälfte stuft ihre eigene psychische Gesundheit als gut oder sehr gut ein [1]. Gen Z gilt oft als direkt und meinungsstark und sie erwartet, dass sich ihre Arbeitgeber:innen klar zu Themen positionieren, die ihr wichtig sind. In einer kürzlich von Oliver Wyman durchgeführten Umfrage gaben mehr als 20 % an, sie würden den Job wechseln, wenn sich ihr Arbeitgeber nicht in sozialen Fragen engagiert [2].

Es sind viele verallgemeinernde Annahmen über diese Gruppe von jungen Arbeitnehmer:innen im Umlauf. Häufig rühren sie aus ihrem Umgang mit Technologie her, wie beispielsweise die Annahme, sie würden digitale Kommunikation der direkten Interaktion von Angesicht zu Angesicht vorziehen. Es wird angenommen, dass sie aufgrund von zu vielen Stunden auf TikTok kürzere Aufmerksamkeitsspannen haben, und dass es ihnen an Soft Skills mangelt, da sie hauptsächlich digital interagieren und ihre prägenden sozialen Jahre in pandemiebedingter Isolation verbracht haben.

Was Gen Z-Angehörige an der Arbeit schätzen – und wie sie ihre Werte durch die Arbeit ausdrücken

Gen Z-Angehörige können ihre Werte und Wünsche genau formulieren und man könnte sagen, dass sie sie zum Beispiel durch ihre Beziehung zur Arbeit zum Ausdruck bringen. Gen Z-Mitarbeiter:innen wünschen sich einen Arbeitsplatz, der ihre Werte widerspiegelt, und sie sind bereit, arbeitsbezogene Entscheidungen anhand ihrer Prinzipien zu treffen.

Was Gen Z am Arbeitsplatz am wichtigsten ist

Laut einer Deloitte-Umfrage sagt eine große Mehrheit der Gen Z (86 %), dass es einigermaßen wichtig bis sehr wichtig für ihre gesamte Jobzufriedenheit und ihr Wohlbefinden ist, mit ihrer Arbeit einen Sinn zu verfolgen, während fast die Hälfte (44 %) schon einmal einen Arbeitgeber aufgrund ihrer persönlichen Überzeugungen abgelehnt hat [2]. Gen Z-Angehörige haben außerdem keine Probleme damit, ihre Wünsche zu äußern und Probleme am Arbeitsplatz anzusprechen, die ihnen wichtig sind. 

Dieselbe Deloitte-Umfrage hat herausgefunden, dass sechs von zehn Gen Z-Mitarbeiter:innen der Meinung sind, sie können etwas in ihrem Unternehmen verändern. Im Vergleich zu Kolleg:innen aus anderen Generationen fragen sie mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit nach einer Gehaltserhöhung oder Beförderung. Im Gegensatz zu älteren Kolleg:innen sehen zwei Drittel von ihnen laut einer Umfrage von PwC den Arbeitsplatz als geeigneten Ort für Unterhaltungen über gesellschaftliche Themen wie Bürgerrechte, Antirassismus und Gleichstellung der Geschlechter an [3].

Stereotype über das, was die Gen Z am Arbeitsplatz motiviert

Wenn junge Generationen neue Denk- und Handlungsweisen einführen, werden schnell Stereotypen heraufbeschworen, so auch bei Gen Z. Beispielsweise die Meinung, die Gen Z-Angehörigen seien faul, verstärkt durch häufige Berichte über Phänomene wie dem „Quiet Quitting“.

Unsere Umfragedaten untermauern die Tatsache, dass ältere Generationen an weit verbreiteten Stereotypen über die Gen Z festhalten. Als sie nach anderen Generationen gefragt wurden, beschrieben Millennials und Gen X-Angehörige die Gen Z mit verschiedenen positiven Begriffen, z. B. als technisch versiert, aufgeschlossen, innovativ und ehrgeizig, aber hin und wieder auch mit negativen Begriffen wie faul, anspruchsvoll, eigensinnig, wenig belastbar und nicht teamfähig.

Doch Phänomene wie „Quiet Quitting“ sind nicht auf Faulheit zurückzuführen, sondern eher auf fehlendes Engagement bei der Arbeit und ein Symptom für Burnout. Untersuchungen von Gallup zufolge liegt der Grund für diese Faktoren häufig darin, dass Arbeitnehmer:innen – und besonders jüngere Arbeitnehmer:innen – das Gefühl haben, ihr Arbeitgeber interessiere sich nicht für sie und sie hätten keine angemessenen Möglichkeiten zur Entwicklung ihrer Karriere [4].

Wenn Führungskräfte den Gen Z-Mitarbeiter:innen zeigen können, dass sie für die Prioritäten dieser Generation Verständnis haben, können sie diese Mitarbeiter:innen besser werben und halten.

Was Gen Z am Arbeitsplatz am meisten motiviert

Auf unsere Frage danach, was die Umfrageteilnehmer:innen aus der Gen Z am meisten an ihrem Arbeitsplatz schätzen, gaben sie Flexibilität und Work-Life-Balance sowie klare Kommunikation und Transparenz als die Faktoren an, die sie am meisten an ihren direkten Vorgesetzten schätzen, dicht gefolgt von der Förderung ihrer beruflichen Weiterentwicklung und signifikante Karrieremöglichkeiten.

Auf die Frage, welche Maßnahmen oder Richtlinien der Führungsebene ihnen am wichtigsten sind, sahen die Antworten ähnlich aus: Investitionen in die berufliche Weiterentwicklung und Work-Life-Balance-Richtlinien. Diese Ergebnisse untermauern die oft wiederholte Vorstellung, Gen Z würde nicht leben, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben.

Gleichzeitig deutet das starke Interesse an beruflicher Weiterbildung und Karrieresteigerung darauf hin, dass sie ein starkes Interesse daran haben, sich weiterzubilden, um ihre Karriere voranzutreiben, was das Stereotyp in Frage stellt, Gen Z-Angehörige seien faul. Besonderes Augenmerk verdienen die Antworten der Gen Z-Umfrageteilnehmer:innen, was sie am wenigsten bei ihren direkten Vorgesetzten schätzen, die im Gegensatz zu einigen weit verbreiteten Annahmen über diese Generation stehen.

Autonomie bei der Arbeit und bei Entscheidungen steht auf der Liste weiter unten und spielt für Gen Z-Angehörige eine deutlich geringere Rolle als für Millennials oder Gen X. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gen Z-Mitarbeiter:innen praktische Anleitung bei der Arbeit suchen und sich Führungskräfte wünschen, die sie bei der Ausarbeitung eines klaren Pfads zur Karriereentwicklung unterstützen. Verglichen mit allen anderen Faktoren legt Gen Z am wenigsten Wert auf die Anerkennung ihrer beruflichen Leistungen und ihres Arbeitsbeitrags.

Was Gen Z-Angehörige am meisten an ihren direkten Vorgesetzten schätzen

Wenn es darum geht, was Gen Z-Angehörige von ihren Vorgesetzten erwarten, zeichnen die Daten ein klares Bild: Sie schätzen vor allem Unterstützung, Transparenz und Ausgewogenheit. Besonders interessant sind die Antworten der Gen Z-Umfrageteilnehmer:innen dazu, was sie am wenigsten bei ihre:n direkte:n Vorgesetzte:n schätzen, denn die Aussagen stehen im Gegensatz zu einigen weit verbreiteten Annahmen über diese Generation. Sie wünschen sich Führungskräfte, die Orientierung bieten, klar kommunizieren und Möglichkeiten für berufliches Wachstum schaffen.

Das schätzt Gen Z am meisten:

  • Flexibilität und Work-Life-Balance: Vorgesetzte, die persönliche Grenzen respektieren und verstehen, wie wichtig Wohlbefinden ist, tragen maßgeblich zu einer höheren Mitarbeiterbindung bei.
  • Klare Kommunikation und Transparenz: Offene, konsistente Updates zu Zielen und Erwartungen schaffen Vertrauen und reduzieren Unsicherheit.
  • Förderung der beruflichen Entwicklung: Gen Z wünscht sich Führungskräfte, die in ihre Weiterbildung und Karriereentwicklung investieren.
  • Positive und inklusive Kultur: Ein Gefühl der Zugehörigkeit und Inklusion stärkt die Bindung zum Arbeitsplatz.
  • Regelmäßiges Feedback: Häufige, konstruktive Gespräche helfen ihnen, zu lernen und zu wachsen.

Bemerkenswerterweise hat die Autonomie bei Entscheidungen für Gen Z deutlich weniger Bedeutung als für ältere Generationen, was darauf hinweist, dass sie Anleitung und Mentoring der völligen Unabhängigkeit vorziehen. Die Anerkennung von Leistungen wird ebenfalls niedrig bewertet, was darauf hindeutet, dass sie Fortschritt und Wachstum mehr schätzen als nur Lob.

Für die heutigen Führungskräfte ist die Botschaft einfach: Gen Z ist lern- und wachstumsbereit, benötigt jedoch Strukturen, Kommunikation und kontinuierliche Entwicklungsmöglichkeiten, um engagiert und motiviert zu bleiben.

Erfahre mehr darüber, wie man Gen Z am Arbeitsplatz willkommen heißt

Gen Z am Arbeitsplatz ist kein Rätsel, das gelöst werden muss. Es handelt sich um eine Gruppe von Kolleg:innen, die bei der Arbeit dasselbe wollen wie die meisten anderen Menschen: sinnvolle Dinge tun, mit Menschen, denen sie vertrauen, ihre Fähigkeiten entwickeln und mit Respekt behandelt werden. Der Unterschied besteht darin, dass sie direkt nach dem fragen, was sie brauchen, und erwarten, dass ihre Führungskräfte entsprechend handeln.

Lade den vollständigen Bericht herunter, um mehr darüber zu erfahren, wie Gen Z die Arbeitswelt prägt, und ihre Werte, und Einblicke in ihre Werte, Lernpräferenzen und Erwartungen an Führungskräfte zu gewinnen.

In diesem Bericht erfährst du genauer:

  • Wie gut fühlen sich die Gen Z-Angehörigen für den Arbeitsplatz aufgestellt und welche Skills brauchen sie ihrer Meinung nach?
  • Wie denken die Gen Z-Angehörigen über Kommunikation und Technologie am Arbeitsplatz, vor allem in Bezug auf Weiterbildung?
  • Wie nehmen die Gen Z-Angehörigen die Rolle von GenKI im Rahmen ihrer Weiterbildung wahr?

Quellen

  1. Deloitte: „2025 Gen Z and Millennial Survey
  2. Deloitte: „2025 Gen Z and Millennial Survey
  3. Strategy + Business, eine Veröffentlichung von PwC: „Younger workers want training, flexibility, and transparency
  4. Gallup: „Is Quiet Quitting Real?“ 
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