FührungskräfteentwicklungManagement
Die GenKI-Transformation: Führungskräfte im Fokus
In diesem Artikel
Die GenKI-Transformation ist DAS technologische Phänomen unserer Generation. Allein im 1. Quartal 2023 stiegen bei Udemy Business die Lernaktivitäten US-amerikanischer Nutzer:innen im Bereich ChatGPT sprunghaft um 5.226 % an. Dieser rapide Anstieg zeigt, dass der Erwerb von GenKI-Skills immer wichtiger wird, um mit den aktuellen Veränderungen am Arbeitsplatz Schritt halten zu können.
Generative künstliche Intelligenz (generative KI) bezieht sich auf fortschrittliche KI-Systeme, die in der Lage sind, basierend auf den Daten, auf denen sie trainiert wurden, eigene Inhalte zu erstellen, z. B. Texte, Bilder, Code und Designs. Im Gegensatz zu herkömmlicher KI, die sich auf Analysen und Prognosen konzentriert, erzeugt generative KI neues Material und ermöglicht so neue Innovationen sowie Arbeits- und Lernweisen. In diesem Bericht bezeichnen wir diese Art von KI aus Gründen der Einheitlichkeit als GenKI.
Höchstwahrscheinlich wird sich keine andere derzeitige Entwicklung so stark auf unser Arbeitsleben und auch unsere Freizeit auswirken. PwC beschreibt GenKI als „einen Megatrend mit systemischen und existenziellen Implikationen“, und meint, dass sie „sich anschickt, Geschäftsmodelle zu transformieren, Arbeitsabläufe neu zu definieren und ganze Branchen umzukrempeln.“ [1] Je nach Arbeitsplatz, Branche und Region wird der Einfluss zwar unterschiedlich sein, aber mit Sicherheit wird jede(r) Mitarbeiter:in irgendwo im Arbeitsleben zumindest einige Auswirkungen dieser bahnbrechenden Veränderung zu spüren bekommen. Was heißt, dass dieses Thema höchste Priorität für die heutigen Führungskräfte haben muss.
Die Auswirkungen von KI auf Führungskräfte messen
Wir wollten genauer wissen, wie Führungskräfte die Einführung von GenKI und den Fortschritt von Geschäftszielen in ihren Unternehmen angehen, und haben dafür im Januar 2024 eine Umfrage durchgeführt und über 2.500 Antworten von Mitarbeiter:innen unterschiedlichster Branchen, Positionen und Unternehmensgrößen gesammelt. Wir haben die Mitarbeiter:innen gefragt, wie sie die Rolle ihres Führungsteams bei der Bewältigung der GenKI-Transformation einschätzen.
In diesem Bericht gehen wir detailliert auf die Umfrageergebnisse ein, analysieren die Gesamtdaten sowie bestimmte Datensegmente und leiten daraus ab, was die Mitarbeiter:innen heutiger Unternehmen von ihren Führungskräften in Bezug auf GenKI erwarten.
Führungskompetenzen sind für die GenKI-Transformation unverzichtbar, fehlen aber vielen Führungskräften
Bei einer Veränderung der Arbeitswelt, die so grundlegend und weitreichend ist wie die GenKI-Transformation, spielen die Kompetenzen der Führungsteams eine entscheidende Rolle. Auch der Belegschaft ist diese Tatsache klar: Die Mehrheit der von uns befragten Angestellten denken, dass ihr Führungsteam zwar ausschlaggebend bei diesem Wandel ist, den Führungskräften jedoch einige grundlegende Fähigkeiten fehlen, um das Unternehmen souverän und erfolgreich durch diese Transformation zu leiten.
Effektive Führung ist der Schlüssel
Laut McKinsey könnten in den nächsten sieben Jahren – größtenteils aufgrund von GenKI – ganze 30 % aller in der US-Wirtschaft geleisteten Arbeitsstunden automatisiert werden [2]. Gleichzeitig eröffnen sich jedoch unglaubliche neue Möglichkeiten für diejenigen, die GenKI effektiv bei ihrer Arbeit einsetzen können. Sie haben dann mehr Kapazität für strategische Aufgaben und Ziele, da die GenKI die einfacheren und Routineaufgaben für sie erledigt.
Führungsebenen müssen nun entscheiden, welches Ziel sie mit ihren Unternehmen verfolgen wollen und wie GenKI sie beim Erreichen unterstützen kann. Das Treffen solcher Entscheidungen führt meist zu konkreten Geschäftsergebnissen: Laut einer kürzlich von Deloitte durchgeführten Umfrage visieren die meisten Unternehmen anfänglich eher kurzfristigen Nutzen an, z. B. höhere Produktivität, mehr Effizienz oder Kostensenkungen [3]. Ein kleinerer Anteil der befragten Unternehmen gab an, sich eher auf strategische Ziele zu konzentrieren, darunter mehr Innovation und stärkeres Wachstum. Wenn Unternehmen GenKI zur Innovationsförderung einsetzen, können sie Produkte bzw. Dienstleistungen verbessern oder neue entwickeln, die Arbeitsbedingungen und ihre Kundenorientierung überarbeiten und völlig neue Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle einführen.
Für derart umfangreiche Veränderungen sind neben einer umfassenden Strategie auch realistische und detaillierte Planung und vor allem weitreichende Schulung und Weiterbildung der gesamten Belegschaft erforderlich, damit GenKI unternehmensweit effektiv und nutzbringend eingesetzt werden kann. Schon allein aufgrund dieser Aspekte ist ein effektiver Führungsstil unerlässlich für den Erfolg von GenKI-Initiativen.
Bei unserer Befragung von Angestellten, als wie wichtig sie die Rolle ihres Führungsteams für den Erfolg der GenKI-Initiativen im Unternehmen einschätzen, waren sich fast alle einig: Die überwältigende Mehrheit – bemerkenswerte 88 % der Befragten – war sich der Bedeutung einer effektiven Führung für die erfolgreiche Umsetzung von GenKI-Initiativen bewusst.
Wenig Vertrauen in die Bereitschaft der Führungsteams zur Bewältigung der GenKI-Transformation
Die befragten Mitarbeiter:innen verstehen, wie wichtig Führungskräfte bei der Bewältigung der GenKI-Transformation sind. Viele von ihnen glauben jedoch nicht, dass ihre Führungskräfte diese Fähigkeiten haben. Unsere Umfrage ergab zwar, dass 55 % relativ bis sehr zuversichtlich sind, dass die Führungskräfte ihres Unternehmens darauf vorbereitet sind, diesen Wandel besser als die Wettbewerber zu bewältigen, doch heißt dies auch, dass ganze 45 % nicht zuversichtlich sind, dass ihre Führungsteams über die dafür notwendigen Kompetenzen verfügen. Und auf die Frage, ob sie glauben, dass ihre Führungsteams gut vorbereitet sind, gab weniger als die Hälfte (48 %) an, Vertrauen in die Bereitschaft ihres Führungsteams für eine erfolgreiche Umsetzung von GenKI-Initiativen zu haben.
Das liegt zum Teil daran, dass sich viele Mitarbeiter:innen von der GenKI, ihren befürchteten Auswirkungen auf den eigenen Job und der Vermutung, dass die Führungskräfte ähnlich empfinden, eingeschüchtert fühlen.
Eine kürzlich von EY durchgeführte Umfrage unter US-amerikanischen Angestellten zeigte eine zunehmende Angst unter den Befragten hinsichtlich der Rolle, die GenKI möglicherweise am Arbeitsplatz spielen wird [4]. Im Zuge des immer häufigeren Einsatzes von GenKI im Arbeitsumfeld haben sich diesbezügliche Ängste tatsächlich erhöht: 71 % der Befragten äußerten entsprechende Bedenken. Fast die Hälfte (48 %) hat heute mehr Vorbehalte gegenüber KI, als dies noch vor einem Jahr der Fall war. Führungskräfte, die unvorbereitet und nur halbherzig versuchen, mit der GenKI-Transformation Schritt zu halten, tragen dazu bei, dass ihre Mitarbeiter:innen weniger Vertrauen hinsichtlich ihrer GenKI-bezogenen Führungskompetenzen haben. Eine der grundlegenden Herausforderungen für alle Führungskräfte wird es sein, den Ängsten und mangelndem Vertrauen der Mitarbeiter:innen zu begegnen, damit das Unternehmen erfolgreich durch die GenKI-Transformation geführt werden kann.
Diese Indikatoren sollten Unternehmensleitungen unbedingt als Warnsignal sehen. Laut PwC ist es für Führungsebenen, die der Transformation Priorität einräumen wollen, die größte Herausforderung, dass sie ihre Unternehmen praktisch neu erfinden müssen und befürchten, dass „diese Bemühungen ohne die Unterstützung und Leistung ihrer gesamten Belegschaft fehlschlagen werden.“ [5] Damit die GenKI-Transformation tatsächlich erfolgreich abläuft, müssen nicht nur alle Mitarbeiter:innen mit ins Boot geholt werden, sondern sie müssen der Sache auch positiv gegenüberstehen.
Strategie kommunizieren und Schwierigkeiten anerkennen
Warum haben die Belegschaften nur wenig Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Führungsteams? Teilweise ist dies dadurch begründet, wie gut vorbereitet ein Führungsteam hinsichtlich der Herausforderungen und Risiken von GenKI-Initiativen auf die Belegschaft wirkt. Diese neuen Tools sind leistungsstark und transformativ, aber auch die mit ihnen verbundenen Risiken müssen ehrlich angesprochen und vor ihrer Einführung gemindert werden. 56 % der Befragten denken, dass ihr Führungsteam nicht in der Lage ist, die ethischen Fragen und Risiken zu bewältigen, die die umfassende Nutzung von GenKI zwangsläufig für jedes Unternehmen mit sich bringt.
Ein weiterer Grund für den Eindruck mangelnder Bereitschaft hinsichtlich GenKI-Initiativen ist schlechte Kommunikation. Die Teilnehmer:innen der Umfrage bewerteten die Kommunikationsfähigkeiten der Führungskräfte zu unternehmensinternen GenKI-Strategien und -Initiativen niedriger als in jedem anderen gemessenen Bereich. So gaben 58 % an, dass die Führungskräfte nicht ausreichend mit den Mitarbeiter:innen über die GenKI-Strategien und -Initiativen ihrer Unternehmen kommunizieren.
Für die Führungsteams gibt es hier leider keine Patentlösung. Sie müssen notgedrungen den schmalen Grat zwischen, wie es PwC ausdrückt, „der Notwendigkeit von Besonnenheit und Risikobegrenzung und der Dringlichkeit schneller Entscheidungen, um sich bietende Gelegenheiten zu nutzen“ bewältigen. [6] Dafür muss jedoch die gesamte Belegschaft mit ins Boot geholt werden, was wiederum nur funktioniert, wenn eine klare und ansprechende Vision sowie eine realistische Einschätzung der Risiken und Nutzen kommuniziert wird.
Das gilt insbesondere bei einer so weitreichenden Veränderung wie der GenKI-Transformation, die wirklich alle Mitarbeiter:innen betreffen wird. Während bei der jährlichen weltweiten CEO-Umfrage von PwC ganze 69 % der CEOs angeben, für dieses Jahr Investitionen in Technologien wie KI eingeplant zu haben, ergab eine weitere Umfrage von PwC, dass lediglich 21 % der Angestellten glauben, dass sich mit der GenKI-Transformation neue Jobmöglichkeiten für sie ergeben werden [7]. Die Lösung für diese unterschiedliche Wahrnehmung ist eine effektivere Kommunikation von der Führungsebene. Es muss erklärt werden, wie KI die Arbeit der Mitarbeiter:innen unterstützt und sie nicht ersetzt.
Erfahre, wie du die GenKI-Transformation mit Udemy Business meistern kannst
Die GenKI-Transformation definiert neu, wie effektive Führung aussehen sollte. Während diese neue Technologie ganze Branchen und Arbeitsabläufe neu gestaltet, liegt es an der Führungsebene, ob KI zu einem Wettbewerbsvorteil oder zu einer verpassten Gelegenheit wird.
Unsere Umfrageergebnisse zeigen deutlich, was Angestellte erwarten. Sie wünschen sich Führungskräfte, die offen kommunizieren, Herausforderungen ehrlich anerkennen und vertrauensvoll und mit Sorgfalt agieren. Sie wollen Transparenz, keine Perfektion. Und sie wünschen sich eine Strategie, die Innovation mit Verantwortung in Einklang bringt.
Für mehr Einblicke zur erfolgreichen Umsetzung der GenKI-Transformation kannst du den vollständigen Bericht herunterladen. Du erhältst Informationen zu folgenden Themen:
- GenKI-Bereitschaft in verschiedenen Positionen und wie sie die mittlere Managementebene beeinflusst
- Wie sich Unternehmen auf die Einführung von GenKI vorbereiten
- Warum die Technologie-, Finanz- und Dienstleistungsbranchen am besten auf GenKI vorbereitet sind
Quellen
- PWC: „Reinvention on the edge of tomorrow”
- McKinsey Global Institute: „Generative AI and the future of work in America”
- Deloitte: „Now decides next: Insights from the leading edge of generative AI adoption”
- EY: „How organizations can stop skyrocketing AI use from fueling anxiety”
- PWC: „Rewiring the future of work”
- PWC: „Reinvention on the edge of tomorrow”
- PWC: „The Leadership Agenda”
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